On Justice - Eine Diskursreihe

Kann eine plurale Gesellschaft verteidigt werden, indem wir uns wieder stärker auf eine universelle Gleichheit vor dem Gesetz stützen? In der Reihe “On Justice” möchte das HAU das Recht als zivilgesellschaftliches Instrument für progressive Bewegungen und Kämpfe um Gerechtigkeit thematisieren. Welche Potenziale bergen juristische Mittel, um Inhalte der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” sowie durch die Verfassung garantierte Grundrechte im Gerichtsaal durchzusetzen? Wann und wie kann das Recht aber auch genutzt werden, um auf legalem Wege autoritäre Verengungen einzuführen? Wie steht es heute um das Asylrecht, das Internationale Recht oder die Meinungs- und Versammlungsfreiheit? Wie sähe ein Recht der Zukunft aus im Kontext von Klimakatastrophe, sexualisierter Gewalt, der sich zuspitzenden Militarisierung und wachsenden sozialen Spaltungen?

Um diese Fragen zu untersuchen und sich sowohl rechtstheoretischen Fragen als auch konkreten juristischen Fällen zu widmen, bringt das HAU in der Diskussionsreihe “On Justice” in Kooperation mit dem “European Center for Constitutional and Human Rights” (ECCHR) Jurist*innen oder Ankläger*innen mit Gesellschaftstheoretiker*innen, Journalist*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen zusammen.

On Justice - Eine Diskursreihe

Neueste Episoden

#9 | Wolfgang Kaleck: Die Stärke des Rechts versus das Recht des Stärkeren

#9 | Wolfgang Kaleck: Die Stärke des Rechts versus das Recht des Stärkeren

92m 9s

Die geopolitische Situation hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. In der neuen multipolaren Konstellation mit einem erstarkten Asien, allen voran China, und einem gespaltenen Westen ist auch nach der zukünftigen Bedeutung des Völkerrechts zu fragen. Allerdings war die Welt für viele Menschen nie in Ordnung und die letzten Jahrzehnte waren voller Regelbrüche wie Kriege und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine, die Kriegsverbrechen Israels in Gaza, auf der Westbank und im Iran, die Intervention der USA in Venezuela sprechen dafür, dass das Völkerrecht und die Menschenrechte zunehmend missachtet werden. In dieser viel beschworenen...

#8 | Environmental Justice and Rights of Nature

#8 | Environmental Justice and Rights of Nature

58m 20s

Die achte Ausgabe der HAU-Diskurs-Reihe “On Justice” stellt die Debatte um die Potentiale, aber auch Grenzen der Verrechtlichung ökologischer Fragen ins Zentrum. Was für Herausforderungen birgt die Umsetzung der Idee der “Rechte der Natur”, die die Anerkennung von Ökosystemen wie Flüssen oder Wäldern als Rechtssubjekte fordert? Welche Perspektiven eröffnen diese Rechte für eine gerechtere Mensch-Natur-Beziehung? Darüber hinaus wird auch das Recht als Instrument für Klima- und Umweltgerechtigkeit befragt: Die prominente Anwältin und Richterin Roda Verheyen, die Rechtsanthropologin Cristina Hernandez Hurtado und der Klimaaktivist Parid Ridwanuddin schildern ihre Erfahrungen mit Umweltklagen und diskutieren deren Umsetzung. Der Soziologe Nikolaj Schultz stellt die...

#6 | Gaza, International Law and the Discourse of Genocide

#6 | Gaza, International Law and the Discourse of Genocide

82m 35s

Eine Mehrheit internationaler Expert*innen, Rechtswissenschaftler*innen, Historiker*innen und Menschenrechtsorganisationen, darunter auch die UN-Kommission, bezeichnen den israelischen Angriff auf Leben, städtische Strukturen und Lebensgrundlagen in Gaza als Völkermord. Die Gewalt und Zerstörung nach dem mörderischen Angriff der Hamas haben ein Ausmaß erreicht, wie es in der jüngeren Geschichte nur selten vorkam. Dennoch entfacht die Debatte über die Anwendbarkeit des Begriffs “Genozid” in Deutschland nach wie vor hitzige Diskussionen in juristischen, politischen und akademischen Kreisen. Die Diskussion am HAU versucht, in diese Debatte einzugreifen, indem sie eine Analyse der umfangreichen Faktenlage zur Situation vor Ort in Gaza liefert und den Angriff in die...

#5 | Straflosigkeit in unsicheren Zeiten

#5 | Straflosigkeit in unsicheren Zeiten

103m 13s

Schwere Menschenrechtsverbrechen hinterlassen Spuren, die weit über den Moment hinausreichen. Wenn Täter*innen ungestraft davonkommen, verhindert das nicht nur Aufarbeitung und gesellschaftliche Versöhnung – sondern verweigert den Betroffenen ihr Recht auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Nur eine ernsthafte Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit der Vergangenheit kann individuellen Schmerz anerkennen, strukturelles Unrecht aufbrechen und den Weg in eine gerechtere Zukunft ebnen.

Wo nationale Justiz versagt, können internationale Institutionen wie der Internationale Strafgerichtshof oder Strafverfahren nach dem Weltrechtsprinzip eingreifen. Doch gibt es Hoffnung im Kampf gegen die Straflosigkeit, wenn Autokrat*innen das Völkerrecht systematisch untergraben?

Die fünfte Ausgabe von “On Justice” vereint Stimmen aus Syrien,...