On Justice - Eine Diskursreihe

Kann eine plurale Gesellschaft verteidigt werden, indem wir uns wieder stärker auf eine universelle Gleichheit vor dem Gesetz stützen? In der Reihe “On Justice” möchte das HAU das Recht als zivilgesellschaftliches Instrument für progressive Bewegungen und Kämpfe um Gerechtigkeit thematisieren. Welche Potenziale bergen juristische Mittel, um Inhalte der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” sowie durch die Verfassung garantierte Grundrechte im Gerichtsaal durchzusetzen? Wann und wie kann das Recht aber auch genutzt werden, um auf legalem Wege autoritäre Verengungen einzuführen? Wie steht es heute um das Asylrecht, das Internationale Recht oder die Meinungs- und Versammlungsfreiheit? Wie sähe ein Recht der Zukunft aus im Kontext von Klimakatastrophe, sexualisierter Gewalt, der sich zuspitzenden Militarisierung und wachsenden sozialen Spaltungen?

Um diese Fragen zu untersuchen und sich sowohl rechtstheoretischen Fragen als auch konkreten juristischen Fällen zu widmen, bringt das HAU in der Diskussionsreihe “On Justice” in Kooperation mit dem “European Center for Constitutional and Human Rights” (ECCHR) Jurist*innen oder Ankläger*innen mit Gesellschaftstheoretiker*innen, Journalist*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen zusammen.

On Justice - Eine Diskursreihe

Neueste Episoden

#10 | Racial (In)Justice in Authoritarian Times

#10 | Racial (In)Justice in Authoritarian Times

‧ 120m 40s

Kimberlé W. Crenshaw ist eine der einflussreichsten Denker*innen unserer Zeit. Als Mitbegründerin der Critical Race Theory prägte sie 1989 maßgeblich den Begriff der Intersektionalität und machte damit die Überschneidung verschiedener Formen von Ungleichheit und Diskriminierung – etwa Rassismus, Sexismus und Klassismus – sichtbar und schrieb damit Geschichte.

Am HAU wird sie mit der preisgekrönten Autorin von “Anti Opfer”, Alice Hasters, und dem Juristen Cengiz Barskanmaz ins Gespräch kommen. Die Publizistin Alice Hasters schreibt und publiziert insbesondere über Identität, Rassismus, Feminismus und Intersektionalität. Cengiz Barskanmaz ist auf Recht und Antidiskriminierung spezialisiert und ist Autor von “Recht und Rassismus: Das menschenrechtliche Verbot...

#9 | Wolfgang Kaleck: Die Stärke des Rechts versus das Recht des Stärkeren

#9 | Wolfgang Kaleck: Die Stärke des Rechts versus das Recht des Stärkeren

‧ 92m 9s

Die geopolitische Situation hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. In der neuen multipolaren Konstellation mit einem erstarkten Asien, allen voran China, und einem gespaltenen Westen ist auch nach der zukünftigen Bedeutung des Völkerrechts zu fragen. Allerdings war die Welt für viele Menschen nie in Ordnung und die letzten Jahrzehnte waren voller Regelbrüche wie Kriege und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine, die Kriegsverbrechen Israels in Gaza, auf der Westbank und im Iran, die Intervention der USA in Venezuela sprechen dafür, dass das Völkerrecht und die Menschenrechte zunehmend missachtet werden. In dieser viel beschworenen...

#8 | Environmental Justice and Rights of Nature

#8 | Environmental Justice and Rights of Nature

‧ 58m 20s

Die achte Ausgabe der HAU-Diskurs-Reihe “On Justice” stellt die Debatte um die Potentiale, aber auch Grenzen der Verrechtlichung ökologischer Fragen ins Zentrum. Was für Herausforderungen birgt die Umsetzung der Idee der “Rechte der Natur”, die die Anerkennung von Ökosystemen wie Flüssen oder Wäldern als Rechtssubjekte fordert? Welche Perspektiven eröffnen diese Rechte für eine gerechtere Mensch-Natur-Beziehung? Darüber hinaus wird auch das Recht als Instrument für Klima- und Umweltgerechtigkeit befragt: Die prominente Anwältin und Richterin Roda Verheyen, die Rechtsanthropologin Cristina Hernandez Hurtado und der Klimaaktivist Parid Ridwanuddin schildern ihre Erfahrungen mit Umweltklagen und diskutieren deren Umsetzung. Der Soziologe Nikolaj Schultz stellt die...

#6 | Gaza, International Law and the Discourse of Genocide

#6 | Gaza, International Law and the Discourse of Genocide

‧ 82m 35s

Eine Mehrheit internationaler Expert*innen, Rechtswissenschaftler*innen, Historiker*innen und Menschenrechtsorganisationen, darunter auch die UN-Kommission, bezeichnen den israelischen Angriff auf Leben, städtische Strukturen und Lebensgrundlagen in Gaza als Völkermord. Die Gewalt und Zerstörung nach dem mörderischen Angriff der Hamas haben ein Ausmaß erreicht, wie es in der jüngeren Geschichte nur selten vorkam. Dennoch entfacht die Debatte über die Anwendbarkeit des Begriffs “Genozid” in Deutschland nach wie vor hitzige Diskussionen in juristischen, politischen und akademischen Kreisen. Die Diskussion am HAU versucht, in diese Debatte einzugreifen, indem sie eine Analyse der umfangreichen Faktenlage zur Situation vor Ort in Gaza liefert und den Angriff in die...